Squalan ist das, was ein Retinol über den ersten Monat hinaus haltbar macht. Es verstärkt nicht seine Wirkung, sondern mildert die Reizung. Bei einem Wirkstoff, den die Hälfte der Menschen absetzt, ist das der wichtigste Vorteil.
Die Eckpunkte
- Technik: das Sandwich – Squalan, Retinol, Squalan.
- Retinolmenge: die Größe einer Erbse für das ganze Gesicht.
- Haut: beim Auftragen des Retinols perfekt trocken.
- Fortschritt: zwei Abende pro Woche, dann mehr.
- Morgens: Sonnenschutz unerlässlich.
Die Sandwich-Technik, im Detail
Drei bis vier Tropfen Squalan auf die gereinigte, trockene Haut auftragen. Eine Minute warten. Retinol auftragen. Eine weitere Minute warten. Mit einer zweiten Schicht Squalan abschließen.
Die erste Schicht verlangsamt das Eindringen des Retinoids; die zweite begrenzt die Verdunstung und das Spannungsgefühl. Die Wirksamkeit nimmt etwas ab, die Verträglichkeit stark zu.
Das ist ein bewusster und guter Kompromiss: Ein sechs Monate im Sandwich verwendetes Retinol erzielt mehr Wirkung als ein reines Retinol, das nach drei Wochen abgesetzt wird.
Warum Squalan statt Pflanzenöl?
Seine Neutralität. Squalan liefert weder essentielle Fettsäuren noch Antioxidantien noch Verbindungen, die mit einem anspruchsvollen Wirkstoff interagieren könnten.
Ein reichhaltiges Pflanzenöl würde die gleiche dämpfende Wirkung erzielen, jedoch mit seinen eigenen zusätzlichen Verbindungen – und bei einer Haut, die bereits durch ein Retinoid beansprucht wird, gilt: Je weniger Variablen, desto besser.
Der Fortschritt, Woche für Woche
Wochen 1 und 2: Retinol zwei Abende pro Woche, im Sandwich.
Wochen 3 und 4: jeden zweiten Abend, wenn keine Schuppung auftritt.
Wochen 5 bis 8: vier bis fünf Abende pro Woche.
Danach: jeden Abend, wenn die Haut es zulässt.
An Abenden ohne Retinol, nur Squalan verwenden. Dann erholt sich die Haut, und diese Abende sind genauso wichtig wie die anderen.
Fehler, die zum Absetzen führen
In der ersten Woche sofort jeden Abend anfangen. Auf feuchter Haut auftragen. Zu viel verwenden. Gleichzeitig ein Peeling hinzufügen. Und den Sonnenschutz weglassen.
Diese fünf Fehler erklären fast alle Abbrüche, und keiner davon liegt am Retinol selbst.
Auf perfekt trockener Haut
Dies ist die am häufigsten vernachlässigte Regel. Ein auf feuchter Haut aufgetragenes Retinol dringt schneller ein und reizt stärker.
Nach der Reinigung vollständig trocknen, notfalls einige Minuten warten. Die erste Schicht Squalan kann übrigens als Anhaltspunkt dienen: Wenn sie eingezogen ist, ist die Haut bereit.
Welche Menge an Retinol
Die Größe einer Erbse für das ganze Gesicht, nicht mehr. Ein Überschuss beschleunigt nichts und vervielfacht Rötungen.
Vermeiden Sie die Augenpartie und die Nasenflügel in den ersten Wochen: Das sind die Zonen, die am stärksten reagieren.
Je nach Hauttyp
Trockene Haut: das komplette Sandwich, mit einer Creme nach der zweiten Squalan-Schicht.
Fettige Haut: das Sandwich funktioniert auch, Squalan beschwert nicht.
Reaktive Haut: einen Monat lang nur Squalan, bevor Retinol eingeführt wird, dann zwei Abende pro Woche.
Mischhaut: Retinol auf dem gesamten Gesicht, Squalan großzügig.
Sonne, ohne Diskussion
Retinol erhöht die Empfindlichkeit gegenüber UV-Strahlen. Ein täglicher Sonnenschutz ist Teil des Protokolls, auch an Tagen ohne Anwendung.
Ohne ihn beschädigt man auf der einen Seite, was man auf der anderen aufbaut – und bei einem so langsam wirkenden Wirkstoff ist das besonders kostspielig.
Ein wichtiger Hinweis
Diese Produkte sind Kosmetika und wirken auf das Hautbild, ohne Krankheiten zu behandeln. Retinol wird während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen: Holen Sie vor jeder Anwendung in diesem Kontext den Rat eines Arztes ein.
Die Sandwich-Methode
Eine Schicht Squalan davor, eine danach: Das ist die klassische Methode, um ein Retinol auf einer Haut zu mildern, die es schlecht verträgt. Dieselbe Methode gilt für ein Bakuchiol-Serum, mit dem Vorteil einer bereits öligen Basis, die die Dämpfung oft überflüssig macht.
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