Zwei Produkte mit dem gleichen Prozentsatz an Milchsäure können sehr unterschiedlich wirken. Der Unterschied liegt in einer Zahl, die die meisten Marken nicht angeben: dem pH-Wert.
Der pH-Wert in der Praxis
Eine Säure wirkt nur in ihrer freien Form, und der freie Anteil hängt vom pH-Wert der Formulierung ab. Bei einem pH-Wert von 3,5 ist der Großteil der Milchsäure aktiv; bei einem pH-Wert von 5 ist der größte Teil neutralisiert und das Produkt peelt nur wenig, unabhängig vom angegebenen Prozentsatz.
Diese Regel erklärt, warum ein Serum mit fünf Prozent aktiver sein kann als eine Creme mit zehn Prozent. Die angegebene Zahl misst die vorhandene Menge, nicht die wirkende Menge.
Milchsäure, die sanfteste Alpha-Hydroxysäure
Ihr Molekül ist größer als das der Glykolsäure und dringt daher langsamer ein. Sie ist auch natürlich in der Haut vorhanden, wo sie zu den natürlichen Feuchtigkeitsfaktoren gehört – was eine Besonderheit unter den in der Kosmetik verwendeten Säuren ist.
Diese doppelte Eigenschaft verleiht ihr ein einzigartiges Profil: Sie peelt und spendet Feuchtigkeit. Für trockene Haut ist sie die erste Wahl; bei fettiger Haut ist eine Salicylsäure besser geeignet.
Aloe Vera als beruhigende Phase
Ihr Extrakt spendet Wasser und ein sofortiges Frischegefühl, das das leichte Kribbeln nach dem Auftragen einer Säure ausgleicht. Es neutralisiert die Säure nicht, wenn es nach einer ausreichenden Zeit (rechnen Sie mit zwanzig Minuten) aufgetragen wird.
Ihre feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften verlängern auch die Wirkung der Milchsäure selbst, da beide auf unterschiedliche Weise auf die Wasserspeicherung einwirken. Dies ist eine der seltenen Kombinationen, bei der sich die beiden Wirkstoffe auf dem gleichen Gebiet ergänzen.
Die Formel und der Rhythmus
Zunächst zwei wöchentliche Anwendungen, danach drei, wenn die Haut mitmacht. Die anderen Abende nur das Gel. Bei reaktiver Haut beginnt man mit einer einzigen Anwendung und verdoppelt sie bei jeder Stufe – der endgültige Rhythmus ist derselbe, der Weg ist länger.
Man sollte vermeiden, zwei Säuren in derselben Routine zu kombinieren oder eine Säure und ein Retinoid am selben Abend zu verwenden. Diese Kombinationen verbessern selten das Ergebnis und führen oft zu Irritationen, die zum Abbruch führen.
Was man erwarten kann
Ein gleichmäßigeres Hautbild in drei bis vier Wochen, danach ein strahlenderer Teint. Bei den durch frühere Unreinheiten hinterlassenen Spuren ist die Wirkung progressiv und partiell. Unser Datenblatt Milchsäure präzisiert diese Zeiträume.
Die Produkte aus dem Katalog
Das Aufhellendes Gesichtswasser mit Rosenwasser und Milchsäure bietet eine niedrige Konzentration, die mit einer häufigen Anwendung kompatibel ist. Der Sanfter Reinigungsschaum mit Aloe Vera bereitet die Haut vor, ohne sie vor der Säure zu schwächen.
Diese Kombination im Vergleich zu anderen
Im Vergleich zu Salicylsäure wirkt Milchsäure eher an der Oberfläche als in den Poren: Sie eignet sich für fahle Haut, weniger für Haut mit Unreinheiten. Im Vergleich zu Glykolsäure dringt sie langsamer ein, was die Anwendung erleichtert.
Was die Kombination von Hyaluronsäure und Milchsäure betrifft, so erfüllt sie ein anderes Bedürfnis: Feuchtigkeit spenden und peelen, ohne den beruhigenden Teil, den die Aloe Vera hier liefert. Alle drei können übrigens in derselben Routine zu unterschiedlichen Zeiten koexistieren.
Was die Aloe Vera messbar beiträgt
Das Gel besitzt feuchtigkeitsspendende Eigenschaften, die mit seinen Polysacchariden zusammenhängen, die Wasser an der Oberfläche zurückhalten. Es trägt auch zum sofortigen Wohlbefinden nach einer Säure bei, was kein Detail ist: Es entscheidet oft darüber, ob die Routine beibehalten oder abgebrochen wird.
Bei empfindlicher Haut ermöglicht diese beruhigende Phase die Anwendung einer Alpha-Hydroxysäure, wo sie sonst schlecht vertragen würde. Das ist der Hauptvorteil dieser Kombination, und er ist eher praktischer als chemischer Natur.
Regelmäßige und dauerhafte Anwendung
Das Gel täglich, die Säure zweimal pro Woche. Diese Regelmäßigkeit ist wichtiger als die Konzentration: Eine moderate Formel, die sechs Monate lang angewendet wird, verbessert die Textur mehr als eine starke Formel, die nach einem Monat aufgegeben wird.
Sonnenschutz muss jede Exfoliation begleiten, da die neu entstehende Schicht schneller sichtbar wird. Dies ist die einzige echte Einschränkung dieses Protokolls, und sie ist nicht verhandelbar.
Unsere Anti-Aging-Pflege

